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Mobilität und Energie
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Testen unter Realbedingungen

DILO setzt auf modularen H₂-Prüfcontainer von Sonplas

Wasserstoff stellt die Prüftechnik vor besondere Anforderungen. Wichtig ist: Testumgebungen müssen absolut zuverlässig, flexibel und gleichzeitig realitätsnah arbeiten. DILO Hydrogen benötigte eine hochsichere Infrastruktur, um Entwicklungs- und Freigabetests – etwa für Betankungssysteme oder mobile Anwendungen – unter reproduzierbaren Bedingungen durchführen zu können. Gemeinsam mit Sonplas entstand ein modularer und sicherer H₂-Prüfcontainer, der genau diese Voraussetzungen erfüllt. Er ermöglicht es, neue Systeme schneller zu validieren und Entwicklungszyklen zu verkürzen.

Wasserstoff ist ein zentraler Baustein zukünftiger Energietechnologien, bringt aber physikalische Eigenschaften mit, die klassische Prüfstände an ihre Grenzen führen. „Die geringe Molekülgröße, die hohe Diffusionsfähigkeit und der damit verbundene Sicherheitsbedarf verlangen Lösungen, die extrem zuverlässig arbeiten“, erklärt Ulrike Garanin, Geschäftsführerin der DILO Hydrogen GmbH. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der DILO Armaturen und Anlagen GmbH mit Sitz in Babenhausen im bayerischen Landkreis Unterallgäu. Seit Jahrzehnten steht das Unternehmen aus Babenhausen für präzises Handling technischer Gase – überall dort, wo Dichtheit, Reinheit und kontrollierte Prozesse entscheidend sind. Diese Expertise überträgt DILO konsequent auf die Wasserstofftechnik.

Unter der Marke DILO Hydrogen bündelt die Unternehmensgruppe ihre Aktivitäten entlang der H₂-Wertschöpfungskette. Im Fokus stehen nicht die Primärprozesse der Erzeugung, sondern die technische Peripherie: Systeme für Befüllung, Inbetriebnahme und Wartung von H2-Sytemen, Messung und Aufbereitung. „Gerade in diesen Bereichen sind sichere Handhabung, reproduzierbare Abläufe und hohe Qualitätsstandards entscheidend“, erläutert Ulrike Garanin.

Damit solche Systeme verlässlich funktionieren, sind Tests unter realen Druck- und Betriebsbedingungen unverzichtbar. Sabrina Walther, Leiterin der H2-Prüf- und Testzentrums bei der DILO Hydrogen GmbH: „Entwicklungs- und Freigabetests müssen das tatsächliche Einsatzumfeld abbilden – inklusive sicherheitsrelevanter Szenarien.“ Entsprechend früh entschied sich DILO Hydrogen für den Aufbau einer eigenen Testinfrastruktur, die flexibel einsetzbar ist und stabile, reproduzierbare Ergebnisse liefert.

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Der richtige Partner an der Seite

Für die Umsetzung suchte DILO einen Partner, der ein Wasserstofflabor in einem Container exakt nach den eigenen Anforderungen entwickeln kann. Die Wahl fiel auf Sonplas – auch aufgrund der gemeinsamen Mitgliedschaft im Wasserstoffbündnis Bayern, einem wichtigen Netzwerk für Technologie- und Wissenstransfer. Der Sondermaschinenbauer aus Straubing verfügt über umfassende Erfahrungen in der Herstellung komplexer Prüflabor-Infrastrukturen und betreibt selbst ein Wasserstofftestzentrum. „Die Kompetenz und die vorhandenen Referenzen haben uns überzeugt“, sagt Sabrina Walther. Zudem erleichterten kurze Kommunikationswege und ein gemeinsames Verständnis für die Herausforderungen moderner H₂-Technologien die Zusammenarbeit. „Unsere Aufgabe bestand darin, ein bestehendes Konzept weiterzuentwickeln und passgenau auf die Anforderungen von DILO auszulegen“, erklärt Werner Riederer, Vertrieb Fuel Technologie bei Sonplas.

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Sicherheit und Genehmigung im Fokus

Der Prüfcontainer steht am Standort Babenhausen auf einem abgeschlossenen Betriebsgelände. Das ist eine zentrale Vorgabe der internen Gefährdungsbeurteilung. Das von Sonplas entwickelte Sicherheitskonzept bildete die Grundlage für die technische Auslegung, während der Genehmigungsprozess durch standortbezogene Anforderungen definiert war. Ein entscheidender Vorteil: Für den Container ist lediglich eine anlagenspezifische Genehmigung erforderlich, während ein vergleichbarer Prüfstand innerhalb eines Gebäudes deutlich umfangreichere Umrüstungen erfordert hätte – von ATEX-Zonen über Lüftungs- und Druckentlastungskonzepte bis hin zu baulichen Maßnahmen. Zudem sind geeignete Innenflächen begrenzt. Der Container nutzt vorhandene Außenbereiche effizient und verkürzt die Realisierungszeit erheblich.

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Mehrstufiges Sicherheitskonzept für realistische H₂-Tests

Technisch basiert die Lösung auf einem umfassenden, mehrstufigen Sicherheitskonzept, das speziell für Wasserstoff und hohe Drücke ausgelegt ist. Eine Wasserstoff- und Sauerstoffsensorik überwacht permanent die Atmosphäre im Container. Ein leistungsfähiges Lüftungssystem mit hoher Luftwechselrate verhindert, dass sich kritische Konzentrationen überhaupt bilden. Die zweistufige Alarmierung – Vor- und Hauptalarm – ermöglicht abgestufte Reaktionen bereits bei kleinsten Abweichungen. Ergänzt wird das Konzept durch ein ATEX-gerechtes Design sowie durch ein abgestimmtes Druckentlastungs-, Blitz- und Brandschutzsystem. Das Ergebnis ist ein vollständig geschlossenes Sicherheitsumfeld für einen zuverlässigen Prüf- und Arbeitsbetrieb.

Sonplas lieferte den Container als weitgehend schlüsselfertiges Modul. Vor Ort mussten die Techniker lediglich die Medienanschlüsse einrichten und das externe Gasflaschenlager anbinden. Parallel dazu erfolgte die Inbetriebnahme und die Freigabe der sicherheitsrelevanten Sensorik durch die jeweiligen Hersteller. Um den regelkonformen Betrieb sicherzustellen, kamen ergänzend standortspezifische Dokumentationen sowie notwendige Abnahmen hinzu.

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Flexibel, erweiterbar und zukunftssicher

„Ein weiterer Vorteil unserer Lösung liegt in ihrer hohen Flexibilität“, sagt Werner Riederer: „Der Container lässt sich bei Bedarf versetzen, erweitern oder um zusätzliche Module ergänzen. Sowohl die Wasserstoffanschlüsse als auch die Innenraumgestaltung haben wir auf steigende Anforderungen ausgelegt.“ Für DILO entsteht damit eine skalierbare Testplattform, die mit dem zunehmenden Wasserstoffgeschäft mitwächst und stets realitätsnahe Prüfbedingungen bietet.

Der Prüfcontainer dient den Entwicklungen von DILO Hydrogen, soll aber perspektivisch auch externen Partnern angeboten werden. Derzeit stehen unter anderem eine H₂-Spüllösung für Verbrennungsmotoren und eine mobile Wasserstoff-Befüllstation im Fokus. Tanksysteme werden zwar nicht als eigenständige Komponenten geprüft, fließen jedoch als Teil größerer Gesamtsysteme in die Tests ein. „Mit dem Container haben wir eine Umgebung, in der wir ganz unterschiedliche H₂-Komponenten validieren und weiterentwickeln können“, resümiert Sabrina Walther. Im Prüfcontainer steht nicht die Rückführung des Prüfmediums im Vordergrund, sondern die sichere Handhabung und kontrollierte Ableitung. Der von Sonplas entwickelte Container verfügt über ein umfassendes Schutz- und Lüftungssystem, das Wasserstoff im Prüf- oder Störfall gezielt, schnell und sicher an die Atmosphäre abführt.

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Datenerfassung integriert – nicht containerseitig

Während der zweiteilige Aufbau des Containers die bauliche Grundlage für Kabel- und Leitungseinführungen bietet, ist die Datenerfassung vollständig in den automatisierten Prüfständen von DILO Hydrogen integriert, die per Fernzugriff betrieben werden. Sämtliche Mess- und Prüfergebnisse werden direkt in das DILO-Netzwerk übertragen und zentral dokumentiert.

„Die Zusammenarbeit mit Sonplas verlief eng, konstruktiv und effizient“, freut sich Sabrina Walther. „Beide Teams brachten ihre Expertise früh ein und stimmten technische sowie sicherheitstechnische Anforderungen transparent aufeinander ab. Klare Ansprechpartner und kurze Entscheidungswege ermöglichten eine pragmatische Umsetzung – und führten zu einer Lösung, die exakt auf unsere Anforderungen zugeschnitten ist.“